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Krankenzusatzversicherungen - Infoblatt

Krankenzusatzversicherung - Die Krankenversicherung sinnvoll ergänzen

 

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat in den letzten Jahren immer wieder Einschränkungen erfahren. Auch das war ein Grund dafür, dass Krankenzusatzversicherungen stärker an Bedeutung gewonnen haben. Um die Lücke der gesetzlichen Krankenversicherung zu schließen, auch wenn Sie nicht vollständig in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln können, empfiehlt sich eine Zusatzversicherung. Das Tarifangebot ist groß, ein Vergleich daher unverzichtbar.

 

Die Krankenzusatzversicherung gibt es sowohl für angemessenen Schutz im Ausland als auch, um die Leistungseinschränkungen in der GKV abzufedern. Im Ausland werden ärztliche Behandlungen häufig privat in Rechnung gestellt. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt davon meist nur einen gewissen Anteil, und wenn es um Rücktransporte geht, sind Urlauber oder Geschäftsreisende vollständig auf sich alleine angewiesen. Das kann teuer werden. Für Behandlungen im Inland gilt, dass die gesetzliche Krankenversicherung lediglich Basisleistungen übernimmt.

Für hochwertigen Zahnersatz, alternative Heilmethoden oder gar die Behandlung im Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus reicht das Angebot der gesetzlichen Krankenversicherung nicht aus. Selbständige oder Besserverdiener können den Weg in die PKV wählen, für Angestellte mit geringerem Verdienst ist dieser Weg jedoch versperrt. Die Alternative können Krankenzusatzversicherungen sein. Doch die Unterschiede sind groß, sowohl bei den Beiträgen als auch bei der Leistung.

 

Voraussetzungen für eine Krankenzusatzversicherung

Grundsätzlich steht die private Zusatzversicherung nahezu allen offen. Dennoch werden unterschiedliche Faktoren für die Beitragsberechnung herangezogen. Diese sind:

 

  1. Eintrittsalter des Antragstellers
  2. Gesundheitszustand des Antragstellers
  3. Geschlecht des Antragstellers

 

Hinsichtlich des Geschlechts des Antragsstellers kommt es im Jahr 2013 zu weitreichenden Änderungen, die sich auf die Beiträge von Männern und Frauen auswirken werden. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat mit einem entsprechenden Urteil deutlich gemacht, dass die unterschiedliche Beitragsberechnung von Männern und Frauen dem Gleichbehandlungsgrundsatz widerspricht. Für die Beitragshöhe wirkt sich dieses Urteil unterschiedlich aus. Mussten Frauen in der Vergangenheit beispielsweise in der Kfz-Versicherung weniger bezahlen, wurden in der Krankenversicherung höhere Beiträge erhoben, weil die Lebenserwartung von Frauen höher ist. Künftig werden die Versicherungen die Beiträge neu kalkulieren müssen.

Wer sich also noch in diesem Jahr entscheidet, eine Krankenzusatzversicherung abzuschließen, kann unter Umständen bares Geld sparen. Für andere lohnt es sich, bis nach dem 21.12.2012 zu warten. An diesem Tag tritt das Urteil in der Praxis in Kraft.

 

Zu Eintrittsalter und dem Gesundheitszustand

Wie bei der Vollversicherung auch gilt für das Eintrittsalter der Krankenzusatzversicherung, dass die Beiträge günstiger sind, je jünger der Antragsteller ist. Daran wird auch das Urteil vom EuGH nichts ändern. Gleiches gilt für die Beantwortung der Gesundheitsfragen. Sie müssen in vollem Umfang und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Falsche Aussagen oder verschwiegene Krankheiten können zu Leistungsausschlüssen und der Kündigung der Versicherung führen. Sie tun gut daran, alle Fragen der Wahrheit entsprechend zu beantworten. Kommt im Nachhinein heraus, dass der Antragsteller es mit der korrekten Beantwortung der Fragen nicht so genau genommen hat, hat dieser womöglich sämtliche Beiträge umsonst gezahlt, weil er keine Leistung erhält.

 

Die Leistungen in der Krankenzusatzversicherung

Die Leistungen der privaten Zusatzversicherung werden in drei Kategorien plus der Auslandskrankenversicherung unterteilt. Für die Versicherungen im Ausland gelten folgende Leistungen als besonders wichtig:

 

  1. Informationen der ärztlichen Versorgung im Land des Aufenthalts
  2. Erstattung der Behandlungskosten, also auch Arznei-, Heil- und Verbandsmittel
  3. Freie Wahl von Fachärzten
  4. Übernahme der Kosten im Krankenhaus
  5. Weiterführende Kontaktherstellung zwischen ausländischem und Hausarzt nach Wiederkehr

Zudem wird der Rücktransport übernommen, wenn dieser notwendig ist.

 

Für inländische Krankenzusatzversicherungen gelten die folgenden drei Bereiche, die versichert werden können:

 

  1. Der ambulante Bereich
  2. Der stationäre Bereich
  3. Der zahnärztliche Bereich

 

Die Entscheidung darüber, was Sie versichern wollen und was nicht, ist sehr individuell. Wenn Sie besonderen Wert auf alternative Heilmethoden legen, können Sie diese ebenso versichern wie hochwertigen Zahnersatz oder die Behandlung durch einen Chefarzt. Häufig werden von der Versicherern Pakete angeboten, die eine Vielzahl von Leistungen beinhalten. Diese können durchaus lohnenswert sein, allerdings nicht immer. Wenn Sie sich sehr präzise und gezielt gegen bestimmte Risiken absichern wollen, ist die Versicherung von einzelnen Bausteinen teilweise die bessere Wahl.

Ein wichtiger Aspekt der Krankenzusatzversicherung kann die Krankentagegeldversicherung sein. Sie springt ein, wenn Angestellte länger als 6 Wochen arbeitsunfähig sind, also aus der Lohnfortzahlung herausfallen. Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt hier nur einen Teil des ursprünglichen Gehalts, die Krankentagegeldversicherung kann diese Diskrepanz ausgleichen. Selbständige entscheiden selbst, wann das Tagegeld beginnen soll, für Sie gilt die Frist der Lohnfortzahlung nicht. Grundsätzlich wirkt es sich jedoch günstig auf den Beitrag aus, wenn das Tagegeld später beginnt.

 

Noch ein Tipp!

Achten Sie auf die Unterschiede zwischen der Krankentagegeldversicherung und der Krankenhaustagegeldversicherung. Beide Begriffe klingen sehr ähnlich, das Krankenhaustagegeld kommt jedoch wirklich nur dann zum Einsatz, wenn Sie im Krankenhaus sind. Die Krankentagegeldversicherung zahlt jedoch bei nachgewiesener Krankheit, auch wenn Sie sich zuhause auskurieren.

 

Nachteile der Krankenzusatzversicherung

Nachteile im eigentlichen Sinne gibt es nicht bei der privaten Zusatzversicherung. Man muss jedoch wissen, dass für chronisch oder schwer kranke Menschen der Weg in die Krankenzusatzversicherung meist verbaut ist, da der Eintritt in die Versicherung an den Gesundheitsfragen scheitert. Je nach persönlichem Krankheitsbild können statt einer kompletten Ablehnung sogenannte Risikozuschläge erhoben werden, die unter Umständen die private Absicherung möglich und sinnvoll machen. Pauschal lässt sich das jedoch nicht sagen. Auch wer ein zu hohes Eintrittsalter hat, wenn er den Antrag ausfüllt, hat geringere Chancen auf einen zahlbaren Beitrag. Es gilt also, sich so früh wie möglich zu versichern und nicht zu warten, bis man zu alt ist oder krankheitsbedingt "das Kind bereits in den Brunnen gefallen" ist.

 

Die Krankenzusatzversicherung als Schutz für die ganze Familie

Vielleicht geht es nicht nur um Sie, sondern auch um einen angemessenen Versicherungsschutz für Ihre Familie. Das ist kein Problem, Sie müssen aber wissen, dass in der privaten Krankenversicherung grundsätzlich jedes Familienmitglied einzeln versichert werden muss. Hinsichtlich der Ansprüche an die Krankenzusatzversicherung gibt es in aller Regel Unterschiede. Kinder brauchen häufig kein Einbett-Zimmer, weil sie ungern im Krankenhaus alleine sind. Bei Erwachsenen sieht das anders aus. Eine andere Frage ist die nach dem Zahnersatz. Dieser wird bei Eltern naturgemäß früher ein Thema als bei Kindern. Andererseits sind die Beiträge für Kinder so gering, dass sich die Investition in jungen Jahren später positiv auswirken kann.

Nicht immer ist die Versicherungsgesellschaft der Eltern auch die geeignete für den Nachwuchs. Ein Vergleich kann ergeben, dass die Kinder bei einer anderen Gesellschaft besser und günstiger aufgehoben sind als bei der eigenen.

 

Kündigung der gesetzlichen Krankenversicherung

Die Kündigung einer Krankenversicherung ist meist nachteilig für Sie, denn bei einem Wechsel der Gesellschaft müssen Sie erneut die Gesundheitsfragen beantworten und steigen in den neuen Tarif mit neuem (älterem) Eintrittsalter ein. Dennoch ist die Kündigung einer Krankenzusatzversicherung natürlich möglich, zumal, wenn sie ihre Preise erhöht. Sie müssen dabei auf die Kündigungsfristen und unter Umständen auf die Mindestvertragslaufzeiten achten. Hilfreich ist es, die Beitragsentwicklung einer Versicherungsgesellschaft der vergangenen Jahre zu betrachten. Eine Garantie für stabile Beiträge in der Zukunft bringt das zwar nicht, aber ein wenig mehr Sicherheit.

 

Fazit

Um das lückenhafte Angebot der gesetzlichen Krankenversicherung auszugleichen, ist eine Krankenzusatzversicherung sicherlich eine ausgezeichnete Lösung. Hinzu kommen die Möglichkeiten, Verdienstausfall und die Familie abzusichern. Die Wahl des passenden Tarifs sollte jedoch mit Sorgfalt bedacht werden, denn die Zahl der Tarife ist so groß, die der Versicherungsgesellschaften zu umfangreich, dass Sie mit Pech und ohne einen genauen Vergleich womöglich nicht das Paket schnüren, das zu Ihnen passt. Wer allerdings mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung nicht zufrieden ist, sollte in jedem Fall über eine Krankenzusatzversicherung nachdenken.

 

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