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Sparen ist angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der finanziellen Unsicherheit zahlreicher deutscher Haushalte wichtiger als je zuvor. Dies ist natürlich nicht nur den betroffenen Sparern bekannt, sondern auch der Industrie. Auf diese Weise entstehen viele Sparfuchstipps, die vordergründig sinnvoll erscheinen, bei genauerer Betrachtung aber nichts taugen.
So wird etwa den Sparern oftmals empfohlen, in sogenannten "1 Euro" oder "99 Cent" Läden zu kaufen. Die Besonderheit besagter Läden liegt dabei insbesondere darin, dass nahezu jeder erhältliche Artikel entweder einen Euro oder 99 Cent kostet.
Dabei bieten die 1 Euro und 99 Cent Läden in der Regel ein breit gefächertes Sortiment zahlreicher Waren des täglichen Bedarfs sowie oftmals auch Lebensmittel an, sodass viele Sparer ihre alltäglichen Geschäfte in derartigen Läden erledigen. Dabei übersehen sie angesichts der heftigen Bewerbung von 1 Euro und 99 Cent Läden häufig, dass sie entgegen der allgemeinen Meinung nicht bei allen angebotenen Artikeln tatsächlich Geld sparen können, sodass dieser Sparfuchstipp im Ergebnis oftmals nichts taugt.
Denn anders, als es dem Sparer durch Angebot und Marketing der angeblichen "Billigläden" suggeriert wird, sind die Waren in 1 Euro und 99 Cent oftmals überteuert. Betrachtet man etwa in einem gewöhnlichen Supermarkt die Preise für Waren des täglichen Bedarfs, fällt sofort auf, dass diese nur in den seltensten Fällen mehr kosten als 99 Cent. So kosten etwa Süßwaren im gewöhnlichen Discounter zwischen 70 und 80 Cent. Der Unterschied zum gewöhnlichen Preisniveau in einem 1 Euro oder 99 Cent Laden ist somit offensichtlich.
Dies gilt weiterhin für zahlreiche andere Waren, die gewöhnlicherweise in derartigen Läden angeboten werden. So sind etwa Schreibwaren, Kücheninstrumente, kleinere Dekorationsartikel oder Zubehör wie etwa Müllsäcke nur sehr selten tatsächlich teurer als 99 Cent. Dem Sparer wird somit ein Umstand suggeriert, der tatsächlich nicht gegeben ist. Es handelt sich mithin um einen der Sparfuchstipps, die bei näherer Betrachtung nichts taugen. Dazu kommt weiterhin, dass die Produkte in der Regel von deutlich schlechter Qualität sind, was sich auf längere Sicht für den Sparer rächt. Denn solche Waren von schlechter oder weniger guter Qualität müssen deutlich früher ausgetauscht werden, als vergleichbare Produkte von höherer Qualität. Dies verursacht zusätzliche Kosten, die der Sparer nicht tragen müsste, wenn er von vornherein ein qualitativ hochwertigeres Produkt erstanden hätte.
Zusammenfassend lässt sich daher aus der Sicht des Sparers formulieren, dass 1 Euro oder 99 Cent Läden eher gemieden werden sollten. Zwar können einzelne Produkte im Einzelfall günstiger sein, als dies im Discounter oder Fachhandel der Fall ist. Dabei handelt es sich jedoch um eine Ausnahme von der Regel, sodass sie nur nach sorgfältiger Kontrolle und Überprüfung erstanden werden sollten.
Ein weiterer Nachteil ist die fehlende Identität des Herstellers. So werden die in derartigen Läden vertriebenen Waren häufig unter eigenem Markennahmen vertrieben, sodass der Sparer im Garantie- oder Haftungsfall nicht genau weiß, an wen er sich wenden soll. Zwar sind die Firmen kraft Gesetz gezwungen, ihren Sitz zu offenbaren, dieser liegt bei den genannten Billigprodukten jedoch nicht selten im Ausland, was das Geltendmachen von Ansprüchen zusätzlich erschwert. 27.04.2009 (txt Aure)
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