| Finanzen für Anfänger 35: Geld- und Kapitalanlagen, Investmentfonds, ETFs (Exchange Traded Funds) |
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ETFs (Exchange Traded Funds) Neben den zuvor beschriebenen klassischen Investmentfonds wie Geldmarktfonds, Rentenfonds, Immobilienfonds und Aktienfonds, gibt es noch eine etwas neuere Art von Investmentfonds, die von vielen Kunden bereits genutzt wird und sich insgesamt immer erfolgreicher am Finanzmarkt etabliert. Es handelt sich dabei um die so genannten Exchange Traded Funds, auch kurz als ETFs bezeichnet. Die ETFs haben einige Gemeinsamkeiten zu den herkömmlichen Investmentfonds, unterscheiden sich aber auch in einigen Punkten. Die Gemeinsamkeiten zwischen den ETFs und den klassischen Investmentfonds bestehen zunächst einmal darin, dass es sich um Fonds handelt, der Anleger also kein Emittentenrisiko eingeht. Im Falle der Insolvenz der jeweiligen Fondsgesellschaft würde das Kapital des Kunden aus der Insolvenzmasse heraus fallen, da dieses auch beim ETF-Fonds als Sondervermögen getrennt vom Fondsvermögen verwahrt wird. Zudem kauft der Anleger wie auch beim klassischen Investmentfonds Fondsanteile und kann somit schon mit kleineren Kapitalsummen in den Fonds investieren. Hinsichtlich der Verfügbarkeit haben die ETFs sogar Vorteile gegenüber den klassischen Investmentfonds. Während die klassischen Fonds nicht an der Börse handelbar sind und man als Anleger die Fondsanteile nur an die Fondsgesellschaft zurück verlaufen kann, werden Exchange Traded Fonds, wie auch der Name bereits sagt (Exchange Traded = an der Börse gehandelt), in der Regel an der normalen Wertpapierbörse gehandelt. Dadurch ist eine große Transparenz geboten, denn der Preis des Fonds wird nicht intern von der Fondsgesellschaft festgelegt, sondern basierend auf Angebot und Nachfrage an der Börse offiziell notiert. Das die ETFs im Gegensatz zu den klassischen Investmentfonds an der Börse gehandelt werden, ist also der erste große Unterschied. Der zweite Unterschied besteht darin, dass die auch als Indexfonds bezeichneten ETF in aller Regel einen bestimmten Aktienindex oder Rohstoffindex als Basis haben, an den sie von der Wertentwicklung her auch eng gekoppelt sind. Während die klassischen Investmentfonds zum Beispiel in verschiedene Geldmarktpapiere, Festgelder, Immobilien, Anleihen und Aktien investieren, investiert der ETF-Fonds exakt in die Produkte, die auch der zu Grunde liegende Basisindex beinhaltet. In der Praxis kann man sich das als Anleger so vorstellen: Wenn man zum Beispiel einen ETF-Fonds nimmt, der als Basis den Deutschen Aktienindex DAX gewählt hat, dann erwirbt dieser Fonds genau die gleichen 30 Aktien, die sich auch im DAX befinden. Dabei wird zudem auch seitens des Fondsmanagers darauf geachtet, dass die DAX-Aktien im gleichen Verteilungsverhältnis im Fondsdepot vorhanden sind, wie sich die Gewichtung auch im Deutschen Aktienindex darstellt. Auf diese Art und Weise wird erreicht, dass der ETF praktisch den DAX 1:1 widerspiegelt. Durch diese Gleichheit im Bezug auf das Fondsvermögen und dem Inhalt des jeweils gewählten Index ist es natürlich so, dass die Wertentwicklung des Indexfonds nahezu einhundert Prozent mit der Entwicklung des jeweiligen Index übereinstimmt. Steigt also der DAX einmal um drei Prozent, sollte sich auch der Wert des Indexfonds positiv um drei Prozent entwickeln. Die Tatsache, dass der Fondsmanager nicht aktiv versucht, durch die Auswahl von gezielten Aktien eine sehr gute Performance zu erreichen, sondern er durch den Kauf der Aktien nur versucht, den Inhalt des Index nachzubilden., bezeichnet man auch als Passivität. Aus diesem Grunde werden die ETFs nicht nur als Indexfonds, sondern auch als passiv gemanagte Fonds bezeichnet. Ob man sich nun als Anleger für eine passiv gemanagten ETF-Fonds oder zum Beispiel für einen klassischen Aktienfonds entscheidet, ist oftmals eine Frage der Einstellung. Von daher ist es auch schwer, einen objektiven Ratschlag zu geben, welcher Art von Fonds „besser"ist. Man sollte sich vor einer Entscheidung einfach die Vor- und Nachteile der beiden Fondsarten vor Augen führen. Während man beim ETF die Gewissheit hat, dass der Fonds von der Performance her (Wertentwicklung) aufgrund von etwaigen falschen Anlageentscheidungen des Fondsmanagers, nicht schlechter als der vergleichbar Index abschneiden kann, besteht auf der anderen Seite aber beim ETF auch nicht die Möglichkeit wie beim klassischen Fonds, dass der Fonds sich besser als der Index entwickelt, also outperformt. Von daher spielt im Grunde bei der Anlageentscheidung auch eine Rolle, in welchem Maße man dem Fondsmanager des klassischen Aktienfonds zutraut, die richtigen Aktien auszuwählen. Rein statistisch betrachtet ist übrigens heute anhand von Vergleichszahlen aus der Vergangenheit erwiesen, dass ein aktiv gemanagter (also ein klassischer) Aktienfonds im Durchschnitt nur in 20 Prozent aller Fälle besser als der zugrunde liegende Index abschneidet. Das bedeutet im Umkehrschluss natürlich, dass ein ETF Fonds, der vom Inhalt her ja mit dem Index gleichzusetzen ist, in 80 Prozent aller Fälle genauso gut oder vielfach sogar besser hinsichtlich der Wertentwicklung abschneidet, als der klassische Aktienfonds. Somit liegt der ETF also im Durchschnitt von der Performance her deutlich vor den herkömmlichen Aktienfonds. Auch wenn das Angebot bisher noch nicht so groß wie bei den klassischen Investmentfonds ist, so kann man heutzutage die ETFs auch im Rahmen eines Fondssparplans erwerben. Dieses funktioniert auf die gleiche Art und Weise, wie beim Fondssparplan, mit Hilfe dessen man klassische Fondsanteile regelmäßig erwirbt. Beim ETF Sparplan erwirbt man also praktisch im Dauerauftrages-Verfahren regelmäßig für eine bestimmte Kapitalsumme zumeist monatlich Fondsanteile des ETF Fonds, die dem Kundendepot dann gutgeschrieben werden. Wie bereits kurz erwähnt, ist die Auswahl bei den ETF Fonds noch bei weitem nicht so groß wie bei den klassischen Investmentfonds, aber es werden dennoch immer mehr verschiedene ETFs am Markt angeboten. Auch wenn die ETF Fonds noch nicht riesterfähig sind, so eignen sich diese natürlich dennoch sehr gut zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge. Durch die Tatsache, dass die Entwicklung des Fonds sich am Index orientiert ist zum einen eine sehr breites Risikostreuung vorhanden. Das Emittentenrisiko fällt auch beim ETF ohnehin weg, und durch die Passivität des Fondsmanagements muss der Anleger auch keine Gefahr in der Hinsicht fürchten, dass sich der Fondsmanager zum Kauf der „falschen" Aktien entscheidet. Als Fazit kann man festhalten, dass die ETFs inzwischen eine sehr interessante Form der Geldanlage sind. Bezüglich des regelmäßigen und vor allem langfristigen Sparens (zum Beispiel als private Altersvorsorge) stellen sie nicht nur eine gute, sondern inzwischen sogar oftmals eine bessere Alternative zu den klassischen Investmentfonds darstellen. Daher sind die ETFs für ein langfristiges Investment auch jenen Anlegern zu empfehlen, die bereit sind, etwas Risiko in ihrer Geldanlage zu übernehmen.
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Finanzen für Anfänger Kapitel
01: Inhaltsverzeichnis
02: Zahlungsverkehr, Girokonto
03: Zahlungsverkehr, Kundenkarte und Kreditkarte
04: Sparen und Geldanlage, Banksparvertrag
05: Sparen und Geldanlage, Bausparvertrag
06: Sparen und Geldanlage, Investmentsparen / Fondssparvertrag
07: Sparen und Geldanlage, Private Rentenversicherung
08: Sparen und Geldanlage, Kapitallebensversicherung
09: Geld- und Kapitalanlagen, Spareinlagen
10: Geld- und Kapitalanlagen, Tagesgeld
11: Geld- und Kapitalanlagen, Festgeld
12: Geld- und Kapitalanlagen, Bundeswertpapiere, Tagesanleihe
13: Geld- und Kapitalanlagen, Bundeswertpapiere, Finanzierungsschätze
14: Geld- und Kapitalanlagen, Bundeswertpapiere, Bundesschatzbriefe
15: Geld- und Kapitalanlagen, Bundeswertpapiere, Bundesobligationen
16: Geld- und Kapitalanlagen, Bundeswertpapiere, Bundesanleihen
17: Geld- und Kapitalanlagen, Verzinsliche Wertpapiere
18: Geld- und Kapitalanlagen, Verzinsliche Wertpapiere, Staatsanleihen
19: Geld- und Kapitalanlagen, Verzinsliche Wertpapiere, Floater / Floating Rate Notes
20: Geld- und Kapitalanlagen, Verzinsliche Wertpapiere, Pfandbriefe
21: Geld- und Kapitalanlagen, Anleihen, Auslandsanleihen und Währungsanleihen
22: Geld- und Kapitalanlagen, Anleihen, Wandelanleihen
23: Geld- und Kapitalanlagen, Anleihen, Optionsanleihe
24: Geld- und Kapitalanlagen, Anleihen, Genussscheine
25: Geld- und Kapitalanlagen, Anleihen, Industrieanleihen
26: Geld- und Kapitalanlagen, Aktien
27: Geld- und Kapitalanlagen, Aktien, Tipps zum Kauf
28: Geld- und Kapitalanlagen, Aktien, so kaufen Sie Aktien
29: Geld- und Kapitalanlagen, Aktien, Verkauf und Handel
30: Geld- und Kapitalanlagen, Investmentfonds
31: Geld- und Kapitalanlagen, Investmentfonds, Geldmarktfonds
32: Geld- und Kapitalanlagen, Investmentfonds, Rentenfonds
33: Geld- und Kapitalanlagen, Investmentfonds, Immobilienfonds
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