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Dürfen „auf Abruf“ eingestellte Minijobber weniger eingesetzt werden als vereinbart?

Minijobber verdiente weniger als  vereinbart

Seit Anfang 2013 dürfen Minijobber bis zu 450 Euro hinzuverdienen. Je nach Arbeitszeit kann der Verdienst allerdings auch geringer ausfallen. Wurde einem Arbeitnehmer  jedoch  vertraglich zugesichert, dass er eine bestimmte Stundenzahl pro Woche arbeiten muss, darf ein Arbeitgeber ihn nicht wiederholt weniger einsetzen.

 

Unser Rechtsexperte

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist und sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

 

Das Urteil des LAG Rheinland-Pfalz hat unser Experte zusammengefasst:

Kündigung: Einen 450 Euro-Jobber darf man nicht "verhungern" lassen...

Schließt ein Arbeitgeber mit einem Arbeitnehmer einen Arbeitsvertrag auf 450 Euro-Basis mit der Zusicherung, bei 14 Arbeitsstunden wöchentlich den vollen Betrag auszuzahlen, wird aber zugleich vereinbart, dass der Arbeitgeber die Arbeitsbereitschaft des Mitarbeiters "auf Abruf" einfordern kann, so hat er sich daran zu halten. Es ist ihm nicht erlaubt, den Mitarbeiter ständig weniger einzusetzen und ihm - daraus folgend - weit weniger als die vollen 450 Euro auszuzahlen. Er hat sich an die Vereinbarung zu halten (und musste hier nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses für 6 Monate den Lohn nachzahlen). (LAG Rheinland-Pfalz, 8 Sa 626/11)

(Wolfgang Büser)